Dan Richter - Improtheater und Improvisation
Gedanken zu Theorie und Praxis des Improvisationstheaters. Überlegungen zu
Improvisation und Kreativität. Beobachtungen aus Lehre und Aufführung.

Improshows in Berlin/Brandenburg

27. Juni 2014

24. Juni 2014

Reale Requisiten und Spieler als Requisiten

In "Theaterspiele" ("Storytelling for improvisers") beklagt sich Keith Johnstone darüber, dass Improvisierer zu wenige Requisiten nutzen würden. Bei Loose Moose gebe es eine Couch, einen Schreibtisch mit einem Haufen Gegenständen drauf usw. Außerdem würden ständig mehrere Spieler bereitstehen, um die Requisiten als Gruppe selber darzustellen (z.B. ein Flugzeug, einen Elefanten...). Dass das anderswo so selten gemacht würde hänge mit einer gewissen Fetischisierung des Mimens und dem zunehmenden Trend von Barprov (Impro in bar-ähnlichen Locations) zusammen.
Zunächst muss man sagen, dass das Spiel mit echten Tischen, Stühlen, Sofas, Türen schon wesentlich reichhaltiger ist. Andererseits nimmt es einem auch eine gewisse Flexibilität. Der Tisch muss ja dann auch ggf. wieder weggeräumt werden.
Als wir mit Foxy Freestyle 2007 im Ambulatorium in Friedrichshain zu spielen begannen, hatten wir eine erfreulich große Bühne. Ein riesiger stabiler Tisch, ein Sofa, alles war leicht auch wieder wegzuräumen. Inzwischen haben wir zwar viel mehr Zuschauer als damals, aber eben auch eine kleinere Bühne. Sollten wir deshalb zu improvisieren aufgeben? Sollten wir etwa eine größere Bühne in einem abseits gelegenen Stadtbezirk suchen, wohin kein sterblicher Zuschauer je seinen Fuß setzen wird? Man muss auch in diesen Dingen flexibel bleiben. Sollte eine junge Truppe sich davon abhalten lassen, Improtheater zu spielen, nur weil es kein geeignetes Theaterhaus in der Umgebung gibt?
Man könnte umgekehrt im Übrigen auch bemängeln, dass durch Johnstones Faible für die Darstellung von Objekten durch Personen jede Szene in den Klamauk kippen kann und das Mimen der Objekte mehr Platz lässt für die Phantasie des Zuschauers.

21. Juni 2014

Noch einmal pro Warm Up

Bei allem Pro und Contra zum Thema "Aufwärmen vor der Show" bin ich inzwischen ziemlich sicher, dass ein Warm Up in jedem Falle nützlich ist. Gestern etwa spielten wir eine komplexe Langform, und zwar nach über zweieinhalb Stunden konzentrierter Probe. Man könnte meinen, diese probe sei Warm Up genug gewesen, aber wir nahmen uns dann doch noch mal 10 Minuten, um einen gemeinsamen Groove zu finden und ein bisschen herumzualbern. Spielerisch und technisch waren wir sicherlich schon vorher gut drauf. Aber das Warm Up gibt einem dann doch noch eine Portion Leichtigkeit, erhöht das Wohlwollen und das Vertrauen untereinander.

7. Juni 2014

Wählerisch sein mit Vorschlägen?

Ich finde, prinzipiell sollte man nicht zu wählerisch mit Vorschlägen aus dem Publikum umgehen. Aus mehreren Vorschlägen einen auszusuchen wirkt manchmal, als wären die anderen zu schwer. Wenn es nicht formal oder inhaltlich dringend erforderlich ist, sollte man einfach den ersten nehmen. Geschmacklos wirkende Vorschläge sind es oft gar nicht. Aus dem meisten kann man doch was Schönes zaubern. Bekommt man auf die Frage oft dieselben Vorschläge, sollte man an der Art zu fragen feilen.