Dan Richter - Improtheater und Improvisation
Gedanken zu Theorie und Praxis des Improvisationstheaters. Überlegungen zu
Improvisation und Kreativität. Beobachtungen aus Lehre und Aufführung.

Improshows in Berlin/Brandenburg

19. November 2012

Lober und Tadler

Gewissermaßen ein Nachtrag zum gestrigen Eintrag:
"Man muss immer gegen seine innere Bereitschaft ankämpfen, unbefugtes Lob für berechtigter zu halten als unbefugten Tadel." (Max Goldt in "Die Chefin verzichtet", S. 42)

Kommentare:

  1. Ich hab zumindest bei positivem Feedback eine ausgesprochen reservierte Haltung. In diversen höchstens mittelmäßigen Shows hab ich ein begeistertes Mitpublikum erlebt, was mir wirklich rätselhaft war. Dem entsprechend beachte ich eher spezifisches Lob. Tadel hingegen oder leicht angedeutete Kritik scheint mir hingegen selten und damit wertvoller.

    AntwortenLöschen
  2. @Macro: Was mündliches Lob betrifft, bin ich allerdings der Meinung, dass man sich *immer* bedanken sollte, ohne jede Relativierung. Warum dem Zuschauer sein gutes Erlebnis zerstören. Dass man sich selbst verbessern will, steht auf einem anderen Blatt.

    AntwortenLöschen
  3. Man kann ja die ZuschauerInnen nicht ändern, aber man selbst kann versuchen berechtigte Kritik konstruktiv und angemessen zu äußern. Leider werden wir beim Impro oft nicht auf Feedback eingestimmt und vorbereitet. Mir fällt dies immer wieder beim Unterrichten auf, z.B. sagt man, dass eine Entscheidung von einem Spieler für alle auf der Bühne unnachvollziehbar war. Dann hört man m.E. zu oft. "Tja, das ist Impro, da müssen die anderen mit umgehen und überhaupt: FUCK THE RULES!!!" Vielleicht könnte es helfen, wenn wir das Publikum genauer fragen: "Konnten Sie folgen?" "Wo war ihnen der Abend unangenehm?" "Welche Darstellung fanden Sie zu kurz, überzogen, lächerlich, wunderschön?"

    AntwortenLöschen

Sie können anonym Kommentare abgeben. Ich freue mich aber, wenn Sie Ihren Namen/URL eintragen.