Dan Richter - Improtheater und Improvisation
Gedanken zu Theorie und Praxis des Improvisationstheaters. Überlegungen zu
Improvisation und Kreativität. Beobachtungen aus Lehre und Aufführung.

Improshows in Berlin/Brandenburg

1. Oktober 2012

Körpersprache, Status, Bühnenpräsenz


Status from a social-psychological perspective.
Change your behavior for a few minutes, and you can change who you are.

Kommentare:

  1. ... interessant finde ich, dass sie meine Wahrnehmung bezüglich Frauen und Status teilt: In der Tendenz sehe ich auch, dass Frauen in ihrer Körperlichkeit eher zum Tiefstatusverhalten neigen. Und noch schlimmer: Die Werbung suggeriert uns rund um die Uhr ein Frauenbild, das mit dieser Art "Ästhetik" spielt (Frauen, die mit gekreuzten Beinen, auf einem Bein stehend, die Arme und Hände vor dem Körper zusammen genommen abgebildet sind; siehe z.B. aktuelle H&M Plakatcampagne), so dass sich dieses Verhalten dadurch auch noch verifiziert & selbst reproduziert, weil es uns als Norm verkauft wird! Ich sehe Frauen (und da muss ich mich leider mit einschließen) sich ständig so gebähren, furchtbar!!!

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  2. Zur aktuellen Kampagne: Lana del Rey behauptet ja, ihren Status und die ganzen Acceesoires bewusst einzusetzen, und somit wieder die Situation zu beherrschen. Frage mich immer, ob sie sich nicht gerade dadurch auch wieder in die typische Rolle hineinmanövriert hat. Sind die Lippen erst mal botoxiziert, ist's vorbei mit der Beherrschung.
    Schön finde ich übrigens die sich selbst gebährenden Frauen ;-)

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  3. :D Ja, ist ja sogar buchstäblich so (Frauen reproduzieren sich selbst, in gewissener Weise, also gebähren sie sich selbst... elende Typos immer). Ich halte das für Humbug, dieses Distanzieren von irgendwas weil es ja ironisch eingesetzt und damit überspitzt ist und das weiß ja auch immer jeder und blablabla. Landläufig sehen Frauen und Mädchen die Plakate und übernehmen diese Posen, weil sie sie für sexy, elegant und weiblich halten. Unbewusst wird damit auch der implizite (Tief-)Status übernommen und vor allem: normativ. Ich bin gerade hin und her gerissen: Lee White sagt, Status hat man nicht. Status ist etwas, das andere Leute einem geben, weil man es sich verdient. Wenn Marilyn Monroe sich herunterbeugt und einem Mann ins Ohr flüstert "Can I have some diamonds, please?", hat sie einen hohen Status. Und das stimmt!! (Reizend übrigens auch Lee White, wie er Marilyn hier nach macht) Dennoch ist dieser bewusste Einsatz solcher Mittel bei Marilyn Monroe und Lana del Rey vielleicht kontrolliert, aber das normative Frauenbild, das damit erzeugt wird, übernimmt diese Dimension nicht.

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  4. Exkurs zu Status: Ich denke, dass Lee White hier verkürzt; denn man nimmt z.B. auch einen Status gegenüber Räumen und Gegenständen ein.
    In Bezug zu Personen wird Status natürlich deutlich gegenüber dem Anderen: Mein Tiefstatus verschärft deinen Hochstatus. Allerdings können auch z.B. zwei Hochstatusse auftreten (Zwei Handwerker "Dieser Raum gehört uns.") Und es bedarf keiner dritten anwesenden Figur, um das zu verdeutlichen.

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