Dan Richter - Improtheater und Improvisation
Gedanken zu Theorie und Praxis des Improvisationstheaters. Überlegungen zu
Improvisation und Kreativität. Beobachtungen aus Lehre und Aufführung.

Improshows in Berlin/Brandenburg

25. März 2012

Stille

"Wenn das Publikum still ist, dann hast du es." (Randy Dixon)
Das ist weniger banal als es scheinen mag. Jeder möge sein Ego hier prüfen.

15. März 2012

Kultur des Scheiterns

Die britischen Luftschiffe Anfang des 20. Jahrhunderts sollten gigantisch werden. Man ließ den Konstrukteuren kaum Raum zum Probieren und Scheitern. Der Flug des größten Luftschiffes, das bis Indien fliegen sollte, endete in Frankfurt/Main. "Die Luftschiffe scheiterten, weil sie nicht scheitern durften."
Dass Google zu den Überlebenden der Dotcom-Blase gehört, kann erklärt werden mit dem großen Spielraum fürs Scheitern, der in diesem Unternehmen selbstverständlich ist. "80 Prozent aller Google-Erfindungen enden als Flop.
"Amy Edmondson fordert eine Kultur der psychologischen Geborgenheit: Mitarbeiter müssen wissen, dass Fehler sie nicht in Gefahr bringen. Nur dann sei es möglich, von den Fehlern zu lernen und gescheiterte Projekte abzubrechen (anstatt sie monatelang weiterzuführen, weil es niemand wagt, das Scheitern einzugestehen)."
[Nach den Katastrophen in südkoreanischen Maschinen in den 80ern und 90ern begann man zunächst die Hierarchien zwischen Pilot und Kopilot abzubauen, indem man auf das neutralere Englisch umschaltete und eine sach-orientierte Sprache einforderte. siehe Malcolm Gladwells "Blink!"] "Solche Fehlerfreundlichkeit ist in den meisten Organisationen die Ausnahme."
"Wenn Scheitern routinemäßig bestraft wird, reagieren Mitarbeiter mit 'Verantwortungsdiffusion'. Da werden Papiere dann zehnmal abgezeichnet, oder es sitzen 20 Menschen in einem Meeting, für das es eigentlich nur zwei Mitarbeiter brauchte."
Dirk Baecker: "Wir denken in Resultaten, nicht in Prozessen. Im Prozess spielen Fehler und mögliche Fehler eine entscheidende Rolle, aber im Endergebnis werden sie vergessen."
"Unsere Fehler lehren uns Demut und, im Umkehrschluss, Toleranz. Wie könnten wir andere aufgrund ihrer Fehler verdammen, wenn wir selbst ständig Fehler machen?"

Aus Jürgen Schaefer: "Fehler? Falsch! Warum auch Irrtümer uns im Leben voranbringen" in GEO 03/2012

13. März 2012

Öffentlich reden

Tips von Caroline Goyder
1. Hab das, was du zu sagen hast, klar und einfach im Kopf. Es geht nicht darum, die Dinge präzise wie im Skript zu sagen, sondern sich mit an wenigen einfachen punkten entlangzuhangeln. Nutze Mind Maps.
2. Sag, was du sagen wirst. Sag es ihnen. Sag, was du gesagt hast. Wiederholung in Reden ist sinnvoll, da die Zuhörer das Gesagte behalten sollen.
3. Einführung, 1. Punkt, 2. Punkt, 3. Punkt usw., Schluss. (Orientierung für die Zuhörer)
4. Betrachte dein Publikum als Freunde; dann entspannt sich dein Gesicht, und die Zuhörer entspannen sich ebenso.
5. Hummeltechnik: Teile ein großes Publikum in verschiedene "Sträuße" ein. Dein Blick ist wie eine Hummel, die bald auf diesem, bald auf jenem Strauß landet.
6. Formuliere knapp und präzise, statt lang und umständlich. Sei im Moment des Gedankens, den du gerade formulierst.
7. Fokussiere auf das Publikum, mit dem du zu tun hast. Der Gedanke kann sein: Wie kann ich euch helfen.
http://youtu.be/qsz6_c68mXg

8. März 2012

Rhythm is it - Vom Übersetzen langer Texte


"Bis ich sein Spiel mit dem Text, das Ineinander-Gleitenlassen der Textebenen, besser verstand. Und mit der Zeit zu verstehen begann, dass es eine Rhythmusfrage war, ich musste mich dem Rhythmus des Originals überlassen und dann einen Rhythmus finden, der die analytische Struktur, die größere Explizitheit des Deutschen auffing und in Bewegung überführte." (Christina Viragh)
http://www.boersenblatt.net/520951/?t=newsletter

2. März 2012

Von Thelonious lernen...

1. Just because you're not a drummer doesn't mean that you don't have to keep time.

2. Pat your foot and sing the melody in your head when you play.

3. Stop playing all that bullshit / those weird notes. Play the melody!

4. Make the drummer sound good.

5. Discrimination is important.

6. You've got to dig it to dig it, you dig?

7. All reet!

8. Always know... (Monk)

9. It must be always night, otherwise they wouldn't need lights.

10. Let's lift the bandstand!!!

11. Avoid the hecklers.

12. Don't play the piano part. I'm playing that. Don't listen to me. I'm supposed to be accompanying you.

13. The inside of the tune (the bridge) is the part that makes the outside sound good.

14. Don't play everything (or every time). Let some things go by. (Always leave them wanting more.) Some music just imagined. What you don't play can be more important than what you do.)

15. A note can be small as a pin or as big as the world. It depends on your imagination.

16. Stay in shape! Sometimes a musician waits for a gig, and when it comes he's out of shape and can't make it.

17. When you're swinging, swing some more!

18. What should we wear tonight? SHARP AS POSSIBLE!

19. Don't sound anybody for a gig. Just be on the scene.

20. You've got it! If you don't want to play, tell a joke or dance, but in any case, you got it! (To a drummer who didn't want to solo.)

21. Whatever you think can't be done, somebody will come along and do it. A genius is the one most like himself.

22. They tried to get me to hate white people, but someone would always come along and spoil it.