Dan Richter - Improtheater und Improvisation
Gedanken zu Theorie und Praxis des Improvisationstheaters. Überlegungen zu
Improvisation und Kreativität. Beobachtungen aus Lehre und Aufführung.

Improshows in Berlin/Brandenburg

7. April 2011

Klo

Wie oft hat man den Vorschlag "Klo!" schon abgebügelt. Wie ich hier schon erwähnte, müssen ja nicht gerade Szenen bei Ausscheidungsvorgängen gespielt werden. Stattdessen: Zwei Putzfrauen, zwei Ärzte beim Händewaschen in der Krankenhaustoilette, zwei Mädchen, die sich nachschminken usw.
Bei der vorletzten Probe greifen wir mal die Johnstone-Philosophie bei den Hörnern: Was passiert, wenn man tut, was man sonst bewusst unterlässt? Was also, wenn wir zwei Leute in benachbarten Klo-Kabinen sehen, die tatsächlich ihr Geschäft verrichten. Wunderbare Szenen.
Am übernächsten Tag gleich auf der Bühne. Es funktioniert, wenn man was anderes thematisiert.

Kommentare:

  1. Manchmal sehne ich mich danach, eine Filmstatistik zu haben, so auf die Art: In wie vielen Filmen kommt eine Szene auf dem Klo vor, etc.? Ich denke da z.B. an etliche Szenen, wo die jugendliche Darstellerin auf dem Klo weint, oder wo jemand auf dem Pissior gemeuchelt wird (oder auch verprügelt, Casino Royale :D).

    Ich denke aber auch, dass die Frustration der Vorgabe darin liegt, dass das Publikum ja nicht "Klo" (oder "Porno") ruft, weil es eine exzellente spannende / emotionale Szene sehen will die so auch überall anders spielen könnte, sondern es hat einen gewissen Sabotage-Aspekt. Der Eindruck entsteht, dass das Publikum Leuten zusehen will, wie sie sich blamieren. Und diese Intention lehnt man natürlich ab.

    Interessant in diesem Zusammenhang fände ich auch, wann im Durchschnitt der erste Schuss im Western fällt :)

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  2. Ich kann mich tatsächlich spontan an mehr Filmszenen erinnern, die auf dem Klo spielen (Buffy, American History X, oder wie sich Leo und Claire zum ersten Mal sehen in der Verfilmung von Romeo und Julia), als solche die auf einem Vulkan oder Friedhof spielen. Man vergleiche das mal mit Improszenen....

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  3. Yep, das Publikum liebt es mitunter, anonym solche Sachen zu rufen, um die Improspieler an ihre Grenzen zu bringen.
    Wenn ich einen blöden Vorschlag bekäme, würde ich einfach (wie in den Proben oft geübt) assoziieren und dann aus dem Müll etwas Brauchbares rausholen.
    Wenig erfahrene Spieler beissen sich oft an einer Vorgabe fest und dann kommt wirklich eine Pipikaka-Szene dabei heraus.
    Gruß von McCoy

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