Dan Richter - Improtheater und Improvisation
Gedanken zu Theorie und Praxis des Improvisationstheaters. Überlegungen zu
Improvisation und Kreativität. Beobachtungen aus Lehre und Aufführung.

Improshows in Berlin/Brandenburg

16. Februar 2011

Erschrecken mimen

Bei einem Pantomime-Workshop fiel es mir schwer, plötzliches und tiefes Erschrecken zu mimen. "Stell dir vor, hinter diesem Tisch ist etwas, dass dich zu Tode erschreckt." Zehn Anläufe, es wirkte schal. Dabei wusste ich, dass ich es auf der Bühne kann. Der Trick: Es geht nicht darum, sich etwas Schreckliches oder die Überraschung an sich vorzustellen, sondern darum, die eigene körperliche Reaktion wieder hervorzurufen. Bei mir ein Zusammenhang mit einem lauten, explosiven Aufschrei, der eigentlich den Schrecken sogar noch verstärkt.

Kommentare:

  1. Also im Grunde fakst Du den Schrei, verstehe ich das richtig? So kann ich mir zumindest vorstellen, dass es funktioniert. Ich fake die Schreck-Reaktion, ohne mir dabei etwas Furchterregendes vorzustellen, ich stelle mir nur die Reaktion als solche vor udn versuche, sie zu reproduzieren. Im Grunde das, was ich unter "Schauspiel" verstehe :)

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  2. Nee, der Schrei ist kein Fake, er ist der Auslöser, der den Schreck bewirkt.

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  3. Es gibt ja in der Psychologie den großen Streit, ob die Emotion die Körperreaktion hervorruft, oder umgekehrt.

    Das klingt für den Laien zunächst absurd ("natürlich ruft die Emotion die Körperreaktion hervor") aber jeder kann es ausprobieren. Einfach mal lächeln. Einfach mal die Nase hochziehen, Zähne zeigen, Körperspannung erhöhen.

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