Dan Richter - Improtheater und Improvisation
Gedanken zu Theorie und Praxis des Improvisationstheaters. Überlegungen zu
Improvisation und Kreativität. Beobachtungen aus Lehre und Aufführung.

Improshows in Berlin/Brandenburg

2. November 2009

Eine Handvoll kleiner Szenen-Regeln für Anfänger

  • Nenne deinen Spielpartner in der Szene nicht bei seinem tatsächlichen Namen. Für viele wirkt das irritierend.
  • Etabliere nicht ohne Not unsichtbare Figuren, wenn du eine Handvoll Mitspieler hast.
  • Benenne nicht ohne Not die Äußerlichkeiten deines Spielpartners als Features seiner Figur ("Sie da, mit dem sächsischen Akzent, haben Sie heute schon gefrühstückt?")
  • Das Einfrieren bei Tag-Outs führt zu Klischee-Handlungen, die immer wieder auftauchen. Das ist im Prinzip OK. Aber nach dem zweiten Mal sollte mann hellhörig werden und folgendes vermeiden:
    - "Herr Arzt, ich kann meinen Arm nicht bewegen."
    - "Ja, gut, bleiben Sie so stehen. Fertig ist das Foto!"
    - (auf Knien) "Wo sind denn meine Kontaklinsen?"
  • Da die Stühle oft die einzigen oder zumindest die dominanten Requisiten im Improtheater sind, sollte man vermeiden, ihr Vorhandensein andauernd zu thematisieren.
  • Sei dir klar, wo die Zuschauer dich sehen. Liegeszenen sind oft für 90% des Publikums nicht sichtbar.
  • Wenn du die Figuren deiner Mitspieler andauernd ermordest, hast du eventuell ein Problem mit Akzeptieren/Blockieren.
  • Nörgle nicht.

All diese Regeln bitte nicht allzu starr auffassen. Letztlich ist eine gute Szene denkbar, in der all das vorkommt. (Bitte in Gedanken selber durchspielen.)

Kommentare:

  1. Hallo Dan,

    die Regeln sind gut, danke. Ich würde nur versuchen Sie positiv zu formulieren, da ich immer wieder feststelle, dass "Verbote" Schüler blockieren. (Ich darf keine Körperlichkeiten bennen, was soll ich aber dann tun.)
    Für die Tag-Outs hat Stephen Sims noch ein schönes Verbot eingeführt: Don't Dance! Denn tatsächlich werden extreme Körperhaltungen all zu oft mit Tanz erklärt.

    AntwortenLöschen
  2. @Thomas: Ja, ja, das stimmt schon: Positives Formulieren hilft, den Fokus zu finden.
    Gut auch bei Wachsen/Schrumpfen ("Tannenbaum"): Die Führung durch die Ausstellung.

    AntwortenLöschen

Sie können anonym Kommentare abgeben. Ich freue mich aber, wenn Sie Ihren Namen/URL eintragen.