Dan Richter - Improtheater und Improvisation
Gedanken zu Theorie und Praxis des Improvisationstheaters. Überlegungen zu
Improvisation und Kreativität. Beobachtungen aus Lehre und Aufführung.

Improshows in Berlin/Brandenburg

1. Juni 2008

Vorschläge

Noch mal zum Thema Vorschläge: Im Grunde ist jeder Vorschlag wertvoll, solange er uns inspiriert. Aber wie geht man mit den uninspirierenden Vorschlägen um? Zunächst: Sehr, sehr oft werden Vorschläge als "schlecht" abgetan, nur weil sie ein heikles Thema berühren. Was aber geschieht, wenn wir die Themen ernstnehmen? Einer der besten Harlds, die ich je sah, haben die Gorillas zum Thema Gynäkologe gespielt, obwohl der Zuschauer, der diesen Vorschlag gab, den Schauspielern sicherlich ein Bein stellen wollte.
Tatsächlich gibt es Vorschläge, die man als öde wahrnimmt. Das kann verschiedene Gründe haben. Z.B. gibt es als Vorschlag für einen Ort extrem häufig "Schwimmbad". (Wieviele gescriptete Theaterstücke gibt es eigentlich, die in einem Schwimmbad spielen?) Nun kann man das tatsächlich ablehnen, und wenn man es sympathisch macht, weren die Zuschauer schon nicht einschnappen. Aber wir können auch lernen, damit zu leben. Dann wird es nämlich keine Schwimm-Lehrszenen mehr geben, sondern wir werden das Schwimmbad als Hintergrund für echtes Drama (oder meinetwegen auch Comedy) nutzen.
Anscheinend hat es oft mit ersten Assoziationen zu tun, was das Publikum vorschlägt. Z.B werden bei freien Vorgaben ("Ein Wort, bitte!) oft Lebensmittel genannt. Ich habe Harolds zu Leberwurst, McDonalds, Orangensaft, Karpfen u.v.m. gespielt. Wenn ich heute solch einen Vorschlag bekomme, lehne ich ihn ab, weil ich das Gefühl habe, das Thema Futter ddurchdekliniert zu haben. Wer weiß, in zwei Jahren ist das wieder anders.

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